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Firebirds Albstadt Magazin

Modellflug verstehen, ausprobieren, mitfliegen

RR-005Region und Regeln

FPV-Fliegen: Sichtflug, Spotter und die 30-Meter-Grenze

Ab welcher Höhe braucht FPV-Fliegen einen Spotter, und was bedeutet Sichtflug genau? Die wichtigsten Regeln für Modellflieger mit Videobrille.

Piloten am Rand der Startbahn: Bei FPV mit Videobrille braucht es ab einer bestimmten Höhe einen zweiten Blick.
Piloten am Rand der Startbahn: Bei FPV mit Videobrille braucht es ab einer bestimmten Höhe einen zweiten Blick.

Abschnitt 01 von 08Was bedeutet Sichtflug beim Modellflug?

Sichtflug heißt, dass der Pilot sein Modell während des gesamten Flugs mit den eigenen Augen sieht und jederzeit manuell eingreifen kann. Das Modell darf also nicht hinter Bäumen, Gebäuden oder in größerer Entfernung verschwinden, und es darf nicht vollständig autonom fliegen. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob jemand ein klassisches Modellflugzeug, einen Hubschrauber oder einen Multicopter steuert. FPV-Fliegen, also das Steuern über eine Videobrille, die das Bild einer Kamera am Modell zeigt, ist davon eine klar geregelte Ausnahme, keine Freifahrt.

Bis zu welcher Höhe ist FPV ohne Spotter erlaubt?

Nach den Regeln, die der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) auf seiner Seite zum sicheren Fliegen veröffentlicht, ist das Fliegen mit FPV-Brille bis zu einer Höhe von 30 Metern über Grund ohne zusätzliche Person erlaubt. Der Pilot trägt dabei die Brille, sieht also nur das Kamerabild, und steuert das Modell innerhalb dieser Höhengrenze allein. Oberhalb von 30 Metern verlangt der Verband einen Spotter, also eine zweite Person, die das Modell mit eigenen Augen beobachtet und den Piloten warnt, falls sich eine Gefahr nähert oder das Modell vom vorgesehenen Bereich abweicht.

Welche Aufgabe hat der Spotter genau?

Der Spotter steht neben dem Piloten und behält das Modell direkt im Blick, während der Pilot durch die Brille nur den Kameraausschnitt sieht. Diese Aufteilung kombiniert die Vorteile des FPV-Fluges, nämlich die Perspektive aus der Luft, mit der Sicherheit des klassischen Sichtflugs. Der Spotter kann frühzeitig auf andere Luftfahrzeuge, Personen am Boden oder Hindernisse hinweisen, die der Pilot über die Brille nicht wahrnimmt. Eine klare Absprache vor dem Start, etwa über feste Zurufe oder Handzeichen, gehört zu einem eingespielten FPV-Team.

Welche weiteren Abstände gelten unabhängig vom FPV-Modus?

Unabhängig davon, ob mit Brille oder klassisch gesteuert wird, nennt der DMFV für den sicheren Modellflug weitere feste Werte. Zu Menschenansammlungen ist ein seitlicher Abstand von mindestens 50 Metern einzuhalten. Personen und Tiere dürfen nicht unter 25 Metern Höhe über Grund angeflogen oder überflogen werden; wird diese Höhe unterschritten, gilt ein seitlicher Abstand von mindestens 25 Metern zu unbeteiligten Personen. Diese Abstände bleiben auch beim FPV-Fliegen mit Spotter in Kraft, der Spotter ersetzt also nicht die Pflicht, einen sicheren Abstand zu Unbeteiligten zu wahren. Wer sich zusätzlich für die allgemeine Einordnung von Drohnen- und Modellflugregeln interessiert, findet eine Übersicht im Beitrag Drohnenregeln und Modellflug: Wo die Unterschiede liegen.

Gilt die Spotter-Pflicht auch für Multicopter?

Für Multicopter gelten zusätzlich eigene Höhengrenzen. Außerhalb ausgewiesener Modellfluggelände darf laut DMFV eine maximale Höhe von 120 Metern nicht überschritten werden. Die FPV-spezifische 30-Meter-Grenze mit Spotter-Pflicht bleibt davon unberührt und gilt zusätzlich: Ein Multicopter-Pilot mit Brille braucht also schon ab 30 Metern einen Spotter, lange bevor die allgemeine Höhengrenze von 120 Metern überhaupt erreicht wird. Wer ein größeres oder schwereres Modell fliegen möchte, sollte sich vorab außerdem über Gewichtsgrenzen und mögliche Nachweispflichten informieren, etwa im Beitrag Gewichtsklassen im Modellflug: Wann Nachweis nötig ist.

Warum ist diese Regel auf einem Modellflugplatz besonders relevant?

Auf einem gut organisierten Modellflugplatz mit markierter Startbahn, Windsack und klar abgegrenztem Pilotenbereich lassen sich die Abstände leichter einhalten als auf einer offenen Wiese ohne Struktur. Wer FPV auf dem Vereinsgelände übt, profitiert außerdem davon, dass erfahrene Vereinsmitglieder als Spotter zur Verfügung stehen und die örtlichen Gegebenheiten kennen. Die allgemeinen Sicherheitsabläufe eines solchen Platzes sind im Beitrag Sicherheit am Modellflugplatz: Regeln und Abläufe beschrieben, auf den sich die FPV-Regeln hier sinnvoll aufbauen.

Entscheidungshilfe: Brauche ich einen Spotter?

  • Ich fliege mit FPV-Brille und bleibe dabei nachweislich unter 30 Metern Höhe: Ein Spotter ist nach den DMFV-Regeln nicht zwingend, aber dennoch sinnvoll für Anfänger.
  • Ich möchte höher als 30 Meter mit Brille fliegen: Ein Spotter ist Pflicht.
  • Ich fliege einen Multicopter und will die allgemeine Höhengrenze von 120 Metern nutzen: Dann gilt die Spotter-Pflicht ab 30 Metern ohnehin schon lange vorher.
  • Ich fliege auf einer offenen Fläche ohne feste Vereinsstruktur: Besonders wichtig, die Abstände zu Menschen (50 Meter) und zu Personen und Tieren in der Höhe (25 Meter) selbst zu kontrollieren.

Fazit

FPV-Fliegen gehört für viele Modellflieger zu den faszinierendsten Disziplinen, weil es die Perspektive des Modells selbst erlebbar macht. Die Regeln dazu sind klar umrissen: bis 30 Meter allein, darüber mit Spotter, und unabhängig davon immer mit Abstand zu Menschen und Tieren. Wer diese Werte kennt und einhält, kann FPV sicher und ohne Konflikte mit anderen Platznutzern ausüben.

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